Der Mann hinten links

Vor zweieinhalb Wochen:  Die Petition ist gerade erst zehn Tage alt.  Ich bin in Würzburg und soll einen Vortrag über New York City halten.  Noch zehn Minuten, dann geht’s los.

Ich schlendre durch den Saal, der sich langsam füllt.  Ganz hinten links sitzt ein Mann, unsere Blicke streifen sich kurz, ich spreche ihn an.  Zu meiner Überraschung kennt er mich aus einem Occupy-Forum.  Wir plaudern ein wenig.

In der Pause werbe ich für die Petition.  Zirka 50 Prozent der Besucher unterzeichnen spontan auf den mitgebrachten Sammelbögen.

Am nächsten Tag bekomme ich eine eMail von dem Mann hinten links.  Er will Unterschriften sammeln.  Wir schreiben uns ein wenig und ich merke:  Er meint das ernst.

Heute kamen aus Würzburg um die 100 Unterschriften herein.  Ich finde das bemerkenswert, es motiviert.  So ganz falsch kann es nicht sein, was wir hier machen.

Jetzt träume ich natürlich davon, dass wir mehr Menschen finden, die ganz hinten links sitzen.  Mal schauen:  Sie da, ja Sie!  Sitzt jemand rechts neben Ihnen?  Nein?  Und drehen Sie sich bitte mal um — auch niemand?  Na, dann legen Sie doch einfach los


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