Über die Grenzen

von | 15. März 2012 | 5 Kommentare

weltkarte_250x136Uns allen ist bewusst:  Es wird nur bedingt hel­fen, Hun­ger und Ster­ben auf der Erde ein­zu­däm­men, wenn die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land Spe­ku­la­ti­on mit Nah­rungs­mit­teln ver­bie­tet.  Es ist nicht anzu­neh­men, dass damit die­ses unmo­ra­li­sche Geba­ren der Finanz­welt von nun auf jetzt verschwindet.

Aller­dings muss irgend jemand mal anfan­gen, fin­den Sie nicht auch?  Irgend jemand muss sagen:  Schluss!  Nicht mehr!  Nicht mit uns!  Nicht in unse­rem Land!  Genau das ver­su­chen wir mit unse­rer Peti­ti­on zu errei­chen.  Wir wol­len end­lich anfan­gen, etwas zu verändern.

Unse­re Peti­ti­on rich­tet sich an den Deut­schen Bun­des­tag — und der wird (und soll­te!) auf die Men­schen hören, die ihn ein­ge­setzt haben:  Bür­ger der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land. Schaut man aber auf die Lis­te der Unter­zeich­ner der Peti­ti­on, dann kann man Erstaun­li­ches ent­de­cken.  Men­schen im Aus­land unter­stüt­zen unse­re Petition.

Es ist ein gutes Zei­chen.  Ein Zei­chen nicht nur, dass wir gehört wer­den, son­dern auch ein Zei­chen, dass es in ande­ren Län­dern Men­schen gibt, die dort viel­leicht eben­so wie wir gegen die­ses lega­le Unrecht vorgehen.

So gibt es Unter­stüt­zer aus:

  • Baha­mas
  • Däne­mark
  • Grie­chen­land
  • Irland
  • Lett­land
  • Luxem­burg
  • Nie­der­lan­de
  • Öster­reich
  • Polen
  • Schweiz
  • Spa­ni­en
  • Süd­afri­ka
  • USA

Jede Stim­me ist eine Ermun­te­rung für uns, die­ses The­ma uner­bitt­lich zu verfolgen.

Dan­ke!

5 Kommentare

  1. Malte

    Es ist nicht anzu­neh­men, dass damit die­ses unmo­ra­li­sche Geba­ren der Finanz­welt von nun auf jetzt verschwindet

    Wenn die Peti­ti­on ernst genom­men wer­den möch­te, soll­te sie auf Mora­lis­mus ver­zich­ten. “Mehr Moral” ein­zu­for­dern und “unmo­ra­li­sches” Ver­hal­ten anzu­pran­gern ist nicht nur naiv, son­dern auch reak­tio­när. Es geht nicht um mora­li­sche Fra­gen, son­dern um poli­ti­sche, um Ver­tei­lungs- und Machtverhältnisse.

    • Frank J.

      Ja, das mag naiv sein, Mal­te. Aber „reak­tio­när“ — das ist nicht mehr als ein unschar­fes Schlagwort.

      Es geht Dei­ner Mei­nung nach also nicht um mora­li­sche Fra­gen? Willst Du damit aus­drü­cken, dass „poli­ti­sche, Ver­tei­lungs- und Macht­ver­hält­nis­se“ nicht auf einer Moral basie­ren soll­ten oder kön­nen? Welch ein Gedan­ke! Wor­auf sol­len sie denn sonst basieren?

      Meinst Du, das die Müt­ter und Väter des Grund­ge­set­zes unse­res Lan­des die Moral aus­ge­sperrt haben bei ihren Bera­tun­gen? Wenn mora­li­sche Aspek­te in vie­len poli­ti­schen Ent­schei­dun­gen in unse­rem Land nicht mehr gefun­den wer­den kön­nen, ist es dann nicht um so mehr ein Grund, eine Moral­de­bat­te zu führen?

      Die Peti­ti­on wird — ent­ge­gen Dei­ner Aus­sa­ge — ernst genom­men. Unter ande­rem des­halb, weil die Men­schen empört sind. Die Kom­men­ta­re auf der Peti­ti­ons­sei­te spre­chen eine deut­li­che Spra­che. Und ich behaup­te: Die Men­schen sind nicht empört, weil die Macht­ver­hält­nis­se nicht stim­men, son­dern weil die Regie­rung Moral hin­ten anstellt.

      • Malte

        Und ich behaup­te: Die Men­schen ver­hun­gern nicht, weil die Moral fehlt, son­dern weil die Macht- und Ver­tei­lungs­ver­hält­nis­se so ungleich sind. Wenn letz­te­re gleich wären, wür­de die­se Moral­fra­ge irrele­vant, weil dann auch unmo­ra­li­sche Taten (hier: Lebens­mit­tel­spe­ku­la­ti­on) kei­ne exis­ten­ti­el­le Bedro­hung für die­je­ni­gen dar­stel­len wür­den, die heu­te dar­un­ter lei­den, vor allem ja des­halb, weil sie sich Lebens­mit­tel kaum leis­ten kön­nen. Anders­rum ist das nicht der Fall, allein mit Moral kön­nen Miss­stän­de nicht nach­hal­tig beho­ben wer­den, Mora­lis­mus erin­nert eher an Almo­sen, so wie Super­märk­te ihre Lebens­mit­tel auf­grund mora­li­schen Drucks an die Tafel abge­ben mögen, was zwar erfreu­lich ist, an gesell­schaft­li­cher Armut aber nichts ändert.

  2. André Gaufer

    Pro­test gegen Nahrungsmittel-Spekulationen
    Spe­ku­lan­ten pro­fi­tie­ren vom Han­del mit Nah­rungs­mit­teln, wäh­rend die Zahl der Hun­gern­den welt­weit steigt! Die Initia­ti­ve http://www.handle-fair.de pro­tes­tiert dagegen!

  3. BukTom Bloch aka Burkhard Tomm-Bub, M.A.

    Guten Tag Herr Malte,
    da bin ich nun auch verwundert.
    Mora­lisch = naiv, reak­tio­när und “nicht ernst nehmbar”?
    Zügeln Sie sich doch bitte!
    Naiv im posi­ti­ven Sin­ne bin ich. Und das ist gut so.
    Sie ver­wen­den es aber in krän­ken­der Wei­se, so kommt das bei mir an.
    Ihre Zuschrei­bung “reak­tio­när” an mich wei­se ich scharf zurück.
    Und ob das ernst genom­men wird — wer­den wir sehen.
    Wis­sen Sie — ich habe es eigent­lich auch viel lie­ber mit der Ethik, als mit der Moral.
    Heißt: ich fra­ge mich viel lie­ber was “ich soll”, statt Ande­ren zu sagen: “Du sollst”.
    Aber ich mache Ausnahmen.
    Zum Bei­spiel wenn Men­schen an Hun­ger elend ver­re­cken, weil Ande­re ohne Moral den Hals nicht voll bekom­men kön­nen an mög­li­chen Gewinnen.
    In die­sem Sinne.
    Gruß
    Burk­hard Tomm-Bub, M.A.
    aka
    Buk­Tom Bloch

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