Zurück aus Berlin

von | 4. Juli 2012

Wieder daheim.  Es gibt vieles aufzuarbeiten — für die Petition, aber auch im privaten Leben.  Da Letzteres knapp drei Wochen brach gelegen hat, räume ich ihm nun Vorrang ein.

Heute nur so viel:  Das Treffen mit den Politikern war ernüchternd.  Ich habe nichts erkennen können, das mir Hoffnung auf eine schnelle Änderung des untragbaren Zustands der angeprangerten Menschenrechtsverletzungen aus unserem Land heraus machen könnte.

Allerdings konnten wir immerhin mit sieben Abgeordneten reden, wenngleich ich den Eindruck hatte, dass Worthülsen die Szene beherrschten.  Worte, keine Taten.  Vertröstung, keine Empörung.  Seitens der Politiker wird nicht viel passieren, so mein Eindruck.  Ein Erkennen der Verantwortung für die bestehende Situation habe ich bei keinem der Bundestagsabgeordneten feststellen können.

Mein Eindruck:  Sie werden zurück gehen zur Tagesordnung — und da steht die Spekulation mit Nahrungsmitteln vorwiegend als Alibi drauf.  Ausnahmen davon gab es.  Sascha Raabe hat gestern per eMail angekündigt, eine Presssemeldung zum Thema herauszugeben.  Immerhin eine erste konkrete Massnahme.

Für alle die, die wegen akuter Facebook-Unverträglichkeit unseren Kurzberichten dort nicht folgen konnten, hier nochmal die fotografischen Höhepunkte unserer Wanderung — soweit man bei Aufnahmen mit einem iPhone von Fotografie reden kann. 

Auf nach Gotha!

Auf dem Marsch nach Gotha. Jörg von KommPottPora e. V. (links) zeigte uns den Weg.

Bahnhof Gotha

Smirre (rechts) kommt heute dazu. Er plant, bis Berlin zu gehen.

Abschied aus Gotha

Die Versöhnungskirche bot uns Unterkunft. Mit im Bild: Pfarrerin Lieb, die ihrem Namen sehr gerecht wird!

Abmarsch in Erfurt

Katja aus Bremerhaven (rechts) und Mario aus Würzburg (links) stossen dazu

Ankunft in Weimar

Stefan aus Bremerhaven (links) war heute ebenfalls dabei.

Unterm Dach in Weimar

Bei unserer Gastgeberin Birgit in Weimar. Das Bild ist zwar unscharf, nicht aber die Kerle in kurzen Hosen

Start in Weimar

 Nicht immer war der Aufbruch einfach.

Bad Kösen

Los geht’s mit Marco aus Naumburg, der ab heute dabei ist.

Dehlitz, 11:30 Uhr

 Die Frisur sitzt. Und der Unsinn im Kopf auch.

Einfahrt in Leipzig

Bis ins Zentrum gönnen wir uns Tram und Bus. Es war ein harter Marsch, die Vorstadt ist nicht besonders prickelnd.

Abschied aus Leipzig

Der Rest der Truppe vor der Leipziger naTo. Links unten unser formidabler Gastgeber Mike, rechts oben unser neuer Mitwanderer Ralf.

Schneller Kreuzer

Wir machen es uns einfach: Zwischstopp in Gniest (denn Bad Düben hatte nichts für uns übrig).

Unterwegs

Immer noch unser Thema: Spekulation mit Nahrungsmitteln

Kurz vor Wittenberg

Warten in einer Schutzhütte: Es zieht ein Gewitter auf.

Aufbruch nach Jüterbog

Was kann uns aufhalten?

Unterwegs, irgendwo

Smirre entdeckt einen verlassenen Raumgleiter. Da alle Reparaturversuche scheitern, gehen wir zu Fuss weiter.

Kurzlipsdorf

Herbert Noffke lädt uns in seinem Kleingarten zum Bier ein. Es ist das erste mal in 13 Tagen, dass jemand etwas spontan übrig hat für uns Hungermarschierer. Besten Dank, Herr Noffke!

Ankunft in Jüterbog

Knapp 40 km, es war die Königsetappe. Die Jungs haben noch Energie.

Jüterbog

Der Verein für soziale Selbstverteidigung ist unser Gastgeber.

Rasanter Start in Jüterbog

Heute sind’s 30 km bis Trebbin. Ein Kinderspiel!

Heidelandschaft nördlich von Jüterbog

Diese Gegend ist zu einem Zeichen menschlicher Dummheit und Gier geworden, zu einem bedrückenden Szenario der Angst. Der weiche Sandboden ist durchsetzt mit Schrapnellen und anderem widerwärtigen Kriegswerkzeug. Unser Mitwanderer Ralf war zuletzt 1983 hier, bei Nacht und Nebel abgeholt zu einem Manöver. Die heutigen Kriege finden woanders statt. Einer der neuzeitlichen Kriegsschauplätze ist der Finanzmarkt. Die Opfer in den armen Ländern der Erde sind weit genug weg, um das Thema zu ignorieren. Sonst wären wir mehr …

Zwei Kilometer vor Trebbin

Der Marsch war ziemlich feucht gegen Ende. Leider nur in Form von Regen. Seit Stunden gab’s keine Kneipe — dann endlich im letzten Ort vor unserem Tagesziel …

Ahhh!

Ohne Sprechblase …

Aufbruch in Trebbin

Wir waren mehr als gut behütet durch Eva, Rainer (beide links) und den Hirten Jürg (mitte). Unser herzlichster Dank an die evangelische Gemeinde.

Kleinbeuthen

Männer mit dicken Backen: Martin (rechts) stösst zu uns.

Am Berliner Ring

Klaus (ganz hinten) beflügelt unseren Marsch.

Vor dem Petitionsausschuss

Nach der Übergabe von 27.000 Unterschriften: Die KAB und Occupy:Occupy. Sabine und Heiner sind aus Unkel (nahe Bonn) sind gestern Abend zu uns gestossen. Auch Katja und Stefan aus Bremerhaven waren wieder dabei.

Ein herzliches Dankeschön …

… an unseren Scout: Ohne sie wäre dieser Marsch kaum möglich gewesen

Ende des Beitrags

 

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