Zitate und Gedanken VI

Im Schnitt 40 % des Einkommens muss eine Familie in Ägypten für die täglichen Ernährung aufwenden, in ärmeren Entwicklungsländern sogar bis zu 80 %.  In den reichen Industriestaaten hingegen sind es nur 12 %.

Quelle: Le Monde diplomatique, 2011/10

Hinter diesen einfachen Zahlen verbergen sich nicht nur Millionen Schicksale, sondern auch Dutzende einzelner Themen:

  • Welchen Einfluss werden die aktuellen Dürren und Hochwasser auf die verfügbare Nahrungsmenge und die Nahrungspreise haben?
  • Wenn Mais knapp wird (USA), wird dann tatsächlich mehr Weizen verfüttert?
  • Ist es eine gute Idee, in einer absehbar angespannten Nahrungsmittelsituation Weizen zu Biosprit zu verarbeiten?
  • Kann es sich einer der Präsidentschaftskandidaten der USA erlauben, sich gegen die Lobby der US-Farmer zu stellen, die Befürworter von „Biosprit“ ist?
  • Warum sind in Deutschland die Preise für Nahrungsmittel so niedrig wie in keinem anderen westlichen Industrieland?
  • Ist gesundes Essen teurer?
  • Warum gehen wir meist sorglos mit unserem Essen um?

Die Liste erscheint unendlich.  Hinter dieser Mauer ist es ein Leichtes für die „Finanzmärkte“, auch weiterhin mit Nahrungsmitteln zu spekulieren, ohne in das Scheinwerferlicht zu geraten.  Wenn der Brotpreis bei uns tatsächlich einmal „merklich“ steigen sollte, so wird die Verantwortung auf Naturkatastrophen geschoben werden.

Dass einige Menschen mit dem Hunger Anderer Geld  verdienen, dass wir es als Gesellschaft ohne viel Zögern zulassen, dass unsere Lebensgrundlagen in die Hände skrupelloser Geschäftemacher geben, das wird möglicherweise noch mehr in den Hintergrund rücken.

Wir lassen es zu.

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